
Das Ambu Einmembran-patientenventil.
Einmembranpatientenventil (EMP) ist ein Wort, das man sich langsam (und lange) auf der Zunge zergehen lassen muss. Ein Ventil für den Patienten mit einer Membran…
Fakt ist, das EMP ist zentraler und unabdingbarer Bestandteil aller Ambu Beutel – sowohl des Mark IV als auch der Silikon-Beatmungsbeutel. Es stellt die Verbindung zwischen dem Beutel und dem Patienten dar.
Wenn man verstehen möchte, wie ein Beatmungsbeutel funktioniert, führt kein Weg an ihm vorbei.
Das EMP besteht aus drei Einzelteilen*:
Um die Funktionsweise des EMP nachvollziehen zu können, muss man zunächst verstehen, aus welchen Einzelteilen das EMP besteht:

Die Einzelteile des EMP.
21.1 Exspirationskonnektor, 30 mm, männlich (ISO); Anschlussmöglichkeit: PEEP-Ventil
21.2 Membran
21.3 EMP-Gehäuse mit Patientenstutzen, 22/15 mm (ISO); Anschlussmöglichkeit: Gesichtsmaske, Tubus
Das EMP sollte, wie der Rest des Beatmungsbeutels, nach jedem Patienteneinsatz oder gemäß der Vorschriften der betreffenden Organisation, gereinigt (Handwäsche, Spülmaschine), desinfiziert (erhitzen, kochen, chemische Desinfektion) und sterilisiert (autoklavieren bei 121°C und 134°C) werden.
Wichtig ist, dass das EMP vor der Aufbereitung in seine Einzelteile zerlegt wird. Da die Einzelteile aus unterschiedlichen Materialien bestehen, kann es beim Autoklavieren zu einer unterschiedlich starken Ausdehnung der Teile kommen. Wird das EMP in zusammengebautem Zustand autoklaviert, kann es passieren, dass sich das EMP verformt. Es wird eventuell undicht und macht bei der Verwendung quietschende Geräusche. Sollte dies der Fall sein, darf das EMP nicht mehr verwendet werden und muss ausgetauscht werden!
Wie funktionieren der Ambu Beutel und das EMP?*

Die Funktionsweise des EMP.
In Abbildung 1 wird dargestellt, wie der Ambu Beatmungsbeutel funktioniert:
Inspiration: Drückt man den Beatmungsbeutel zusammen, passieren zwei Dinge:
1. Die Membran am Einlassventil schließt, damit dort keine Luft entweichen kann.
2. Die im Beutel vorhandene Luft gelangt durch das EMP in die Atemwege des Patienten.

Ambu Mark IV
Lässt man den Beutel wieder los, wird ein Sog generiert und „frische“ Luft strömt durch das Einlassventil (1.1) und/oder den Sauerstoffeinlass (1.2) in den Beutel.
Exspiration: Bei einer Spontanatmung des Patienten wird die Membran im EMP (1.3) nach außen gedrückt und die Luft strömt über den Exspirationskonnektor (1.4) vom Patienten weg nach draußen. Der Luftstrom durch den Beatmungsbeutel bleibt durch die Spontanatmung des Patienten unverändert.
In Abbildung 2 kann man sehen, was bei der Beatmung speziell im EMP passiert:
Inspiration: Sobald die Luft durch den Beutel zum EMP fließt (2.2), bewegt sich der Führungsstift der Membran im EMP nach vorne/ vom Beutel weg (2.1). Dadurch öffnet sich das Patientenventil und die Luft kann in die Atemwege des Patienten fließen.
Exspiration: Atmet der Patient aus (2.4), bewegt sich der Führungsstift zurück / zum Beutel hin (2.3), so dass die Luft durch den Exspirationskonnektor entweichen kann. Der kleine Hubbel, der auf dem Führungsstift sitzt, gewährleistet, dass sich die Membran sicher hin und her bewegen kann.
* Es werden die Nummern und Abbildungen aus der Bedienungsanleitung verwendet.